Neubau Retheklappbrücke

Der an die „Arbeitsgemeinschaft Rethebrücke“ unter Beteiligung von F + Z beauftragte Neubau ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Hamburger Hafen.

Bei einer Spannweite von ca. 104 m sind die neuen beweglichen Brücken als zweiteilige Klappbrücke in Stahlbauweise errichtet worden.

In den massiven und bis auf NN -13,0 m reichenden Klappenpfeilern ist die Antriebs- und Steuerungstechnik untergebracht. Zur Abtragung der hohen Lasten im Bau- und Endzustand werden die in Stahlbeton hergestellten Klappenpfeiler mittels Verpresspfähle bis auf NN -41,0 m tiefgegründet. Da in Teilbereichen der Abstand der Baugrubenwand zum Bestand nicht mehr als 3,0 m betrug, wurden im Rahmen der Ausführung schonende Einbauverfahren für die Herstellung der Baugrubenspundwand angewendet. Erschütterungen durch schlagendes Rammen waren ausgeschlossen und die Anwendung von Vibrationsrammen nur für Sekundärbauteile zugelassen. Der Einbau erfolgte durch Einstellen der gemischten Rohrspundwand in ein vorgebohrtes Rohr. Während des Ziehens des Bohrrohres wurde der Zwischenraum mit einem hydraulischen Spezialbindemittel (Flüssigboden) stabilisiert.

Zur Herstellung im Wasser war die Anwendung einer Hubinsel unerlässlich. Nur so konnte das während des Bohr- und Ziehvorganges entstehende Drehmoment aufgenommen werden. Die Wandung der Hubinsel musste für diesen Einsatz extra verstärkt werden. Die Herstellung wurde durch umfangreiche Messungen begleitet.

Die getrennten Überbauten der Vorlandbrücken wurden als Stahlkonstruktion (Bahn) bzw. als VFT Brücke (Straße) hergestellt. Das landseitige Brückenwiderlager schließt an eine bestehende Hochwasserschutzwand an. Dahingehend musste der Hochwasserschutz für die gesamte Bauzeit bei der Herstellung der Baugrubenwand und des Widerlagers aufrechterhalten werden.


RANDBEDINGUNGEN

  • Ständige Aufrechterhaltung des Straßen-, Bahn- und Schiffsverkehrs
  • Sehr beengte Platzverhältnisse
  • Hindernisse im Baugrund
  • Arbeiten im Tidebereich
  • Sensible Versorgungsleitungen in geringer Entfernung
  • Setzungsempfindliche Hubbrücke in unmittelbarer Nähe
  • Gewährleistung des Hochwasserschutzes während der Sturmflutsaison
Bausumme: 63,84 Mio. €
Stadt / Ort: Hamburg