Freie und Hansestadt Hamburg,
Amt für Wasserwirtschaft
1995-1996 Volumen: 3,6 Mio. €
Eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Hansestadt Hamburg ist ihr Hafen mit seinem Herzstück St. Pauli Landungsbrücken. Auf einer Länge von ca. 220 m war der touristisch stark frequentierte Promenadenbereich vom Uhrturm bis zum Senatsponton am Johannisbollwerk für die neuesten gültigen maximalen Hochwasserstände zu ertüchtigen.
Die vorhandene Bausubstanz stammte aus den 50er Jahren und war in der Folgezeit im Brüstungsbereich den steigenden Hochwasserständen angepasst worden.
Ein 12,5 m breiter Stahlbetonrahmen, der sich wasserseitig auf einer Spundwand und landseitig auf zwei Reihen Stahlpfähle auflagerte, bildete die vorhandene Konstruktion. Darunter befand sich ein Hohlraum.
Dieser wurde nach unten durch eine tieferliegende 1:2 geneigte Böschung von +1 m NN bis +5 m NN abgeschlossen. Der Wasserstand dieses Hohlraumes kommunizierte mit der Elbtide. Der bisherige Hochwasserschutz wurde hier durch den Stahlbetonüberbau gebildet mit seiner wasserseitig aufgehenden Brüstung und einer landseitigen an die Stahlbetonplatten angeschlossenen Spundwandschürze, die den Sicherweg entsprechend verlängert.
Die vorhandene Konstruktion genügte nicht mehr den statischen Erfordernissen eines modernen Hochwasserschutzes.
Auch gestalterisch musste die Anlage maritim überarbeitet werden. F+Z formulierte ein Nebenangebot, welches die konstruktiven Merkmale des Ausschreibungsentwurfes des Amtes für Wasserwirtschaft im wesentlichen beibehielt. Dieses Konzept beinhaltete die Errichtung einer wasserdruckhaltenden Spundwand als Vorrammung ca. 1,5 m vor der alten Konstruktion sowie die Herstellung nebst Anschluss von Schrägpfählen an dieser Spundwand, so dass ein hocheffektiver Pfahlbock entstand.
Es soll die gesamten Horizontallasten aus der Spundwandstatik und dem aufgehenden, winkelförmigen Stahlbetonüberbau aus den Lastfällen Hochwasser und Sunk aufnehmen. Dieser winkelförmige, biegesteife Stahlbetonüberbau lagert sich landseitig vertikal auf dem existierenden Mitteljoch. Wasserseitig hat er seinen Festpunkt am Anschluss von Spundwand und Schräg- pfählen. Voraussetzung für eine Auftragserteilung war ein überzeugendes Geräte- konzept mit einem optimalen Bauablauf. Damit sollte insbesondere die Beein- trächtigung der denkmal- geschützten Bebauung vermieden und die touristische Nutzung angrenzender Bereiche wie Promenade und Landungsbrücken während der gesamten Bauzeit gewährleistet werden. Wichtiger Bestandteil des F+Z-Nebenangebotes war auch die präzise Terminierung zur Erhaltung des Hochwasserschutzes im gefährdeten Winterhalbjahr. F+Z erfüllte die gestellten Anforderungen durch gerade im Hamburger Raum jahrzehntelang gewachsenes Know-How sowie durch die Flexibilität eines mittelständisch strukturierten Unternehmens.



