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Tirpitzmole, Kiel

Instandsetzung der Tirpitzmole in Kiel

Grundinstandsetzung Tirpitzmole, Kiel
Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck
2002-2004
Volumen: 13 Mio. €

Der Marinestützpunkt in Kiel wird umgestaltet, wobei unter anderem die den Tirpitzhafen im Süden begrenzende Tirpitzmole erhalten bleibt. Diese dient zukünftig als Liegeplatz für die Gorch Fock, für den neuen Einsatzgruppen-versorgers „Frankfurt am Main“, der „Spessart“ und weiterer NATO-Einheiten.

Die von 1935-1939 erbaute Tirpitzmole mit einer Länge von 500m und einer Breite von 8,00m wurde als Spundwand- Fangedammkonstruktion mit einer Horizontalverankerung erstellt. Die Vertikallasten aus dem Betonüberbau mit Versorgungstunnel (4,00x 1,80m) wurden zusätzlich von einer Holzpfahlgründung innerhalb des Auffüllkörpers aufgenommen.

Der Verwaltungs- entwurf des Auftrag- gebers sah im wesentlichen vor, das durch Korrosion, Alkali und Chloride geschädigte und nicht mehr tragfähige Bauwerk beidseitig im Abstand von 4,00 m zur vorhandenen Molenkante auf insgesamt 16 m zu verbreitern. Hierzu sollten neben der vorhandenen Kon- struktion betongefüllte Stahlrohre ø 508 mm als Lot- oder Schrägpfähle eingebracht werden und im Abstand von 4,00 m eine gemischte Spundwand aus PSP 600 mit Füllbohlen Pzi 612 die Molenvorderkante bilden.

Ausschlaggebend für die Auftragserteilung an die Arbeitsgemeinschaft, mit den Partnern F + Z Baugesellschaft und der Heinrich Hirdes GmbH, war die Kombination von Nebenangeboten, die im wesentlichen in Anlehnung dem Verwaltungsentwurf folgten und durch einige konstruktive Veränderungen im Bereich der Gründungselemente wirtschaftlichen Vorteile für den Auftraggeber ergaben.

Dieser sah eine einseitige Verbreiterung der Mole zur Hafenseite vor, wobei die vorhandene Mole, wie im Verwaltungsentwurf vorgesehen, voll überbrückt und durch den Abbruch der Decke das Altbauwerk entlastet wird. Durch die einseitige Verbreiterung entfiel eine Rammtrasse bei einhergehender Kostenreduzierung für den Bauherren ohne die Nutzungsanforderungen zu beeinträchtigen. Die Gründung besteht aus den Umfassungswänden mit Tragbohlen HZ 775 und Füllbohlen AZ 26 die neben Teillasten aus dem Überbau, Wasser- und Erddrücke aus der gebaggerten Hinterfüllung abtragen. Die Hauptlasten aus dem Überbau werden von einer tiefgegründeten Rohrpfahlreihe ø 610 mm, die direkt neben dem Altbauwerk eingebracht wird, abgetragen.

Einbringen der Stahlspundwände:
Die im Mittel 25,00 m langen Tragbohlen wurden vom Rammponton Jan der Fa. F + Z Baugesellschaft in eine Kammführung vorweggestellt. Die Rammung erfolgte bis zum anstehenden Geschiebemergel Beckenton mit einem hochfrequent variabel steuerbaren Vibrator Typ PTC 30 HFVS und wurden danach mit einem hydraulisch beschleunigtem Rammbär IHC S 35 freireitend auf Tiefe gerammt. Die eingestellten Füllbohlen sind mäklergeführt vom Schwimmponton mit einem IHC S 35 eingebracht worden. Die Spundwand ist mit einem wasserseitigen Korrosionsschutz System Steelpaint (525 my) bis auf NN –11,00 m versehen.

Verankerung:
Die Aufnahme der auf die inneren Molenwände einwirkenden Kräfte, erfolgte mittels 4" Vollstabankern mit Spannmuffe und gelenkigem Anschluss an die durchlaufende Doppelgurtung ( U 350). Im Bereich des Altbauwerkes sind die Anker durch Kernbohrungen geführt und im Versorgungstunnelbereich mit einem Stahlschutzrohr DN 200 versehen. Die Aufnahme der Deckenlasten erfolgte durch eine tiefgegründete Rohrpfahlreihe ø 610 mm (L=29,00 m). Der innere Korrosionsschutz der Spundwand wurde durch ein zwischen den Tragbohlen eingehängtes und anschließend ausbetoniertes Fertigteil (OK NN +1,90 m, UK NN-4,00m) hergestellt.

Auffüllungsquerschnitt:
Die auf der Seite des Marinehafens erstellte nördliche Molenverbreiterung wurde zum Großteil mit Sand aus der Vertiefung der Dockbaugrube sowie der Nordkaje im Arsenal Kiel verfüllt. Der Einbau des gebaggerten Bodens erfolgte vom Ponton aus mittels Hydraulikbagger. Zur Erhöhung der Tragfähigkeit wurden die oberen 2,0 m mit Sanden im Trockeneinbau verfüllt.

Stahlbetonüberbau/Übergabekammern:
Die Decke des aus 17 Blöcken der Abmessung 16,00m x 30,40m bestehenden Stahlbetonüberbaus, wird von den äußeren Ortbetonspundwandholmen sowie dem mittleren Ortbetonrohrholm getragen. Der Deckenaufbau besteht aus Fertigteilbalken, mit aufliegenden Fertigteilplatten, die in einer durchgehenden Ortbetondecke eingebunden werden. Die Decke erhält als Abschluß eine 4 cm starke Gussasphaltabdeckung. Die Mole erhält beidseitig des Versorgungstunnels in jedem zweiten Block beidseitig eine Übergabekammer sowie einen Sanitärblock mit Technikraum.

Nur Dank einwandfreier Ablauforganisation, Einsatz von qualifiziertem Eigenpersonal und neuster Gerätetechniken können bei Bauvorhaben dieser Größenordung die hohen qualitativen Standards und Forderungen des Auftraggebers gewährleistet und Vertragstermine eingehalten werden. Zu diesem Zweck wird die F+Z Baugesellschaft auch weiterhin innovative Lösungsvorschläge erarbeiten und als ein mittelständisch strukturiertes Unternehmen sein Know-how erfolgreich auf dem Markt anbieten.

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