Hier drehen alle großen Pötte!
Freie und Hansestadt Hamburg
Strom- und Hafenbau 1999-2000
Volumen: 2,3 Mio €
Im Rahmen der Hafenerweiterung Altenwerder ist infolge der Herstellung des Wendebereiches Nord die geböschte Höftspitze Krusenbusch umgebaut worden. Die Höftspitze wurde durch eine neue Spundwandkonstruktion, die eine Abwicklungslänge von ca. 176 m hat, gesichert. Diese Vorsetzte, eine Wand aus einer gemischten Spundwand, wurde erforderlich, um die Höftspitze anschließend bis auf eine Wassertiefe von NN-16,70 m abbaggern zu können.
Dadurch ist ein Schiffswendekreis geschaffen worden, der mit 480 m Durchmesser auch den größten Schiffen, die ab dem Jahre 2001 in Altenwerder anlegen, ein sicheres Manövrieren ermöglicht. Mit den Arbeiten ist die Firma F + Z Baugesellschaft mbH im April 1999 mit einem Sondervorschlag von der Wirtschaftsbehörde/ Strom- und Hafenbau, Hamburg beauftragt worden. Der Bauausführungszeitraum betrug 14 Monate.
Die Wand, die einen Geländesprung von 21 Metern sichert, ist mit bis zu 31 m langen Schrägpfählen rückwärtig verankert. Zur Optimierung der Spundwand wurde eine Abschirmplatte aus Beton konzipiert. Unterhalb der Platte wurde eine Böschung geschaffen. Aus strömungstechnischen Gründen ist die Spitze tragflächenförmig abgerundet worden. Die Vorsetzte besteht aus einem Kopfbereich und den zwei Flügelbereichen.
Die Flügelwände bestehen aus einer wasserseitigen Spundwand und einer landseitigen Bockkonstruktion aus Ortbetonrammpfahl und Stahlschrägpfahl. Verbunden werden die Elemente durch eine ca. 7,00 m breite überschüttete Abschirmplatte aus Stahlbeton mit wasserseitigem Holm. Der Kopfbereich besteht aus einer wasserseitigen kombinierten Spundwand und hinterer tiefliegender Abschirmplatte.
Die Abschirmplatte wird mit Ortbetonrammpfählen tief gegründet. Landseitig der Platte ist ein hocheffektiver Pfahlbock angeordnet, bestehend aus einem wasserseitig 7 : 1 geneigten Ortbetonrammpfahl ø 42 cm und einem landseitig 1 : 1 geneigten Stahlpfahl HTM 400/117.
Die ca. 1000 m² große Abschirmplatte ist durch zusätzliche Schrägpfahlböcke zentriert worden, so dass seitlicher Schiffsstoß, Pollerzug und unterschiedlicher Erd- und Wasserdruck aufgenommen werden kann. Die Platte ist landseitig mit einer Spundwandschürze eingefasst. Zwischen dieser Schürze und der vorderen Spundwand mit Fenstern bis NN -1,50 m ist unterhalb der Platte eine überbaute Böschung entstanden. Hierdurch werden die Lasten aus Erd- und Wasserdruck erheblich reduziert. Entsprechend dem Verlauf der Sohle werden die umlaufenden Spundwände gestaffelt.
Die Spundwände wurden mäklergeführt mit einem MS 48 Hochfrequenzvibrator in eine Kammführung gestellt und vorvibriert und zur Erreichung der Tragfähigkeit mit einem IHC S 90 auf Endtiefe gerammt.
Die Stahlschrägpfähle wurden freireitend anvibriert, so dass sie mit einem IHC S 70 auf einen Stummelmäkler auf Tiefe, gerammt werden konnten.
Die Ortbetonrammpfähle ø 42 cm wurden nach dem Simplex System in Längen bis 23,50 m und Neigung bis 7 : 1 hergestellt. Die Geländeoberfläche liegt bei ca. NN +4,00 m. In der Rammtrasse besteht der Boden in den oberen 2,50 m aus einer inhomogenen Auffüllung, die von einer tonigen Schluffschicht unterlagert wird.
Wechselnde Sand- und Kleischichten mit verschiedenen Einlagerungen stehen von NN +0,00 m bis NN -6,00 m in sehr inhomogenen bänderigen Lagen an.
Die unterliegenden Schichten bis NN -33,00 m bestehen aus Fein-, Mittel- und Grobsanden mit Einlagerungen aus Kiesen und Sanden. Die Sondierungen ergaben Spitzenwiderstände von bis zu ca. 40 MN/m². Infolge der dichten Lagerung musste mit einer sehr schweren Rammung gerechnet werden.



