ARGE Kaimauer Europakai,
ARGE Europakai 1997-1998
Volumen: 15,0 Mio. €
Aufgrund hoher Zuwachsraten im Containerverkehr ist es erforderlich, die Liegeplatz- und Flächenkapazitäten der Containerumschlaganlagen bedarfsgerecht anzupassen. In diesem Zusammenhang soll am Containerterminal Tollerort der Europakai nach Süden um einen zusätzlichen Liegeplatz für tiefgehende Containerschiffe der jüngsten Generation erweitert werden.
Die vorhandene Kaimauer haben wir dazu um rund 290m verlängert, zuzüglich einer 42,5m langen Flügelwand. In einer späteren Baustufe ist die Weiterführung und Anbindung an den Hachmannkai/Hellinghöft geplant.
Die jetzige Ausbaustrecke wird für eine Wassertiefe von NN-16,50m bemessen. Durch Aufhöhung einer ca. 3,5ha großen Wasserfläche des Vulkanhafens hinter der Kaimauer wird die erforderliche Kaioperationsfläche geschaffen. Bauseitig wurde eine zurückgesetzte Wand ausgeschrieben, die den neueren Entwicklungen zu Kaikonstruktionen entspricht, wodurch die starken Strömungen der Bug- und Heckstrahlruder reduziert werden und somit die Gefahr von Auskolkungen an der Hafensohle vermindert wird.
Außerdem reduziert eine zurückgesetzte Wand das Schadensrisiko bei einem denkbaren Schiffsanprall. Die Verlängerung des Europakais wurde Ende 1996 im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung auf einen Sondervorschlag in Auftrag gegeben. Hauptmerkmale dieses Sondervorschlags sind die Neigung der Spundwand und die überbaute Böschung.
Durch die landseitige Neigung der Hauptwand von 10:1 wird durch eine strömungsablenkende Wirkung die Kolkgefahr weiter reduziert. Außerdem entsteht durch den Hohlraum unterhalb der Kaiplatte eine zusätzliche Strömungs- und Eiskammer mit entsprechenden nautischen Vorteilen. In der Rammtrasse wurde die relativ hoch anstehende Geröllschicht durch eine Grabenbaggerung bis NN-16,0m vor Rammbeginn beseitigt.
Der Geländesprung von ca. 22,0m wird durch ein Spundwandsystem aus Peiner Tragbohlen DB PSp 900 sowie Füllbohlen PZi 612 im Systemabstand von 2,16m abgefangen. Die Tragbohlen der kombinierten Spundwand werden mäklergeführt in Neigung 10:1 über eine an der Hubinsel montierte hydraulisch verstellbare Rammführung in Position gebracht.
Mit Einsatz eines Führungsschlittens, der Parallelität und Flucht auch unter Wasser gewährleistet, werden diese dann mit einem Hydrobär IHC S90 auf Tiefe gerammt. Als Einbringerleichterung wird im Bedarfsfall eine Auflockerungs- bohrung innerhalb der Tragbohlen ausgeführt, um diese sicher auf Endtiefe bringen zu können. Die Verankerung erfolgt durch Peiner Zugpfähle PSt 370/132 in der Neigung 1:1,3. Die bis zu 46m langen Pfähle werden mit einem Hydrobär IHC S70 auf Tiefe gerammt. Die Gebrauchslast der Schrägpfähle beträgt ca. 1.800kN.
Alle Rammelemente werden in Sonderstahl StSpS 36 bzw. St 52-3 ausgeführt. In vorderster Reihe sind unter dem Kaikopf Stahlrohrpfähle d=863/16mm im Systemabstand von 4,32m angeordnet. Die tiefliegende Kaiplatte wird landseitig auf lotrechten sowie 8:1 geneigten Ortbetonpfählen gegründet. Die im Bauzustand bis zum Kaikopf reichenden Füllbohlen werden nach Fertigstellung des Stahlbetonüberbaus auf NN-1,20m gekappt, so dass sich durch Auslaufen des Füllbodens eine Böschung einstellt und somit der Wasserüberdruck reduziert wird. Insgesamt 1.000.000cbm Sand wurden mit einem Hopperbagger in Chargen von 12.000cbm pro Einspülvorgang in 8 Wochen eingebaut.



